“Medien sind sozial: alle Medien, immer schon.”
(Stefan Münker)
“Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0” — schon der Titel, des im September 2009 erschienenen Buches von Stefan Münker klingt vielversprechend. Insbesondere die begriffliche Annäherung an das Thema Web 2.0 und Social Media machen es für die “Digitale Unternehmung” zu einem sehr wertvollen Beitrag.
Doch vorab: Sein “Essay” ist geprägt von einer postiv-optimistisch Darstellung — womit er sich im übrigen deutlich von Frank Schirrmachers aktuellen Buch Payback unterscheidet. Münker ist sich möglichen Gefahren zwar bewusst, vor allem sieht er jedoch die Chance, den Verlauf der Entwicklung des Internets aktiv zu gestalten:
“Der Prozess der Digitalisierung ist irreversibel. [...] Wir können aus dem Internet nicht aussteigen; wir könnten, selbst wenn wir es wollten, noch nicht einmal verhindern, dass sich die Vernetzung in Zukunft noch stärker ausweiten und Funktionen des Internet in noch weitere Bereiche unseres Leben eindringen werden. Allerdings, und das ist der zweite Grund, ist offen, wohin genau der fortschreitende Ausbau der digitalen Spähren führen und was genau im weiteren Verlauf der Verdichtung des Netzes noch geschehen wird. [...] Wir können aus den digitalen Netzen zwar nicht aussteigen, wir können sie aber auf vielfache Weise mitgestalten — denn nicht das Internet bestimmt seine Zukunft, sondern wir, indem wir es nutzen.” [S.13f]
Im Gegenteil zur verbreiteten Nutzung von Anglizismen in Wissenschaft und Praxis (was wohl an der führenden Stellung amerikanischer Autoren und Unternehmen liegt), kommt Münker in seiner präzisen Beschreibung aktueller Entwicklungen fast gänzlich mit dem deutschen Wortschatz aus: Artikel lesen »
(Auszug aus: D. Michelis. User Generated Content, in: Jahrbuch für digitale Kommunikation, 2007)
Die Möglichkeit, über den freien Medienzugang eigene Inhalte zu produzieren, hat bereits vor dem Einzug des Internets [...] intensive Diskussionen über den Einfluss auf Medieninhalte angeregt. Artikel lesen »
Fast 10 Jahre nach dem Erscheinen der Grenzenlosen Unternehmung verknüpfen Reichwald und Piller mit ihrem Buch Interaktive Wertschöpfung: Open Innovation, Individualisierung und neue Formen der Arbeitsteilung klassische betriebswirtschaftliche Perspektiven mit aktuellen Entwicklungen im Bereich der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Autoren beschreiben diese Entwicklungen und ordnen sie in bewährte Theorien, Modelle und Methoden ein.
Neue Formen der Zusammenarbeit über digitale Netzwerke
Die Grundlagen der interaktiven Wertschöpfung werden im zweiten Kapitel behandelt. Den Ausgangspunkt bilden die Entwicklungen der unternehmerischen Wertschöpfung in den vergangenen hundert Jahren, die von Frederick Taylors Prinzipien wissenschaftlicher Betriebsführung geprägt waren.
“Die Kommunikationsbeziehungen folgten den hierarchischen Strukturen. Es entstand eine streng formalisierte, durch feste Regeln vorgeschriebene Kommunikation über Hierarchiestufen, der sogenannte Dienstweg. Das Kommunikationsverhalten zwischen Vorgesetzten und Untergebenen war vom Rollenverständnis des Vorgesetzten als Befehlsgeber und des Untergebenen als Befehlsempfänger geprägt.” [1: 18] Artikel lesen »
Noch bis vor einigen Jahren war die Nutzung des Internets auf die passive Nutzung verfügbarer Inhalte beschränkt. Spätestens jedoch mit der Verbreitung partizipativer Plattformen wie Wikipedia, Youtube oder Facebook hat sich die passive Nutzung in eine aktive Beteiligung gewandelt. Die Nutzer dieser Plattformen sind nicht nur passive Rezipienten sondern auch aktive Produzenten, die aktiv an der Inhalteproduktion teilhaben. Eine ganze Vielfalt an Internetdiensten, die in den vergangenen Jahren entstanden ist, zieht aus den von Nutzern erzeugten Inhalten selber einen großen Nutzen. Die sogenannten nutzergenerierten Inhalte, oder auch User Generated Content, haben sich längst zu einem ökonomischen Phänomen entwickelt, das nicht nur große Auswirkungen auf einzelne Geschäftsmodelle hat, sondern zu Umwandlungen von ganzen Branchen (Beispiel Medienindustrie) und Funktionsbereiche (Beispiel Marketing) führt. [1]
Die schnelle Verbreitung nutzergenerierter Inhalte und anhaltend hohe Wachstumsraten führen dazu, dass immer mehr Unternehmen Nutzungsmöglichkeiten ausloten und versuchen, die Aktivitäten ihrer Kunden für eigene Zwecke zu nutzen.
Viele Unternehmen führt dies zu Problemen. Die mit der aktiven Beteiligung der Kunden verbundene Eigendynamik scheint kaum steuerbar. Nicht zuletzt hält ein mangelndes Verständnis die Unternehmen davon ab, die neuen Potentiale auszuschöpfen und für die eigenen Ziele zu nutzen. So ist ein Großteil der Unternehmen noch ganz am Anfang wenn es darum geht, die sich bietenden Chancen zu entdecken.
Mit dem Ziel, das Phänomen nutzergenerierter Inhalte aus unternehmerischer Perspektive zu analysieren, werden in diesem Artikel wieder kehrende Aktivitätsmuster bei der Erstellung von User Generated Content untersucht. Artikel lesen »
“We use the word ‘organization’ to mean both the state of being organized and the groups that do the organizing. We use one word for both because we haven’t been able to get organization without organizations.” (Shirky, S.28)
Dieser Artikel beschreibt die Auswirkungen digitaler Kommunikation auf die Entwicklung von Transaktionskosten und analysiert, welchen Einfluss abnehmende Transaktionskosten auf Organisationsformen und das Aufkommen zusätzlicher wirtschaftlicher Aktivitäten nimmt.
Dass der Einsatz digitaler Kommunikationstechnologien in vielen Fällen zur Abnahme von Transaktionskosten führt, wurde vielerorts bereits ausführlich behandelt. Auf die Bedeutung dieser Entwicklung wurde von Picot, Reichwald und Wigand in ihren Ausführungen zur “grenzenlosen Unternehmung” hingewiesen, die im ersten Teil dieses Artikels beschrieben werden. Während dabei zunächst die Auswirkungen für die unternehmenerische Wertschöpfung beschrieben werden, steht im zweiten Teil die durch sinkendende Transaktionskosten ermöglichte Zusammenarbeit von Konsumenten im Vordergrund, die nach Shirky (Here Comes Everybody) für das Aufkommen gänzlich neuer wirtschaftlicher Aktivitäten verantwortlich sind. Artikel lesen »
(von Lutz Schirrmeister, Teilnehmer Social Media Seminar 2009/10)
Jeff Jarvis, eine der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Medienwelt, Professor für interaktiven Journalismus und Betreiber des erfolgreichen Medienblogs Buzzmachine.com stellt in seinem 2008 erschienenden Buch “What Would Google Do?” die folgende zentrale Frage:
„It seems as if no company, executive, or institution truly understands how to survive and prosper in the internet age. Except Google. So, faced with this most any challenge today, it makes sense to ask: WWGD? What would Google do? In management, commerce, news media, manufacturing, marketing, service industries, investment, politics, government, and even education and religion, answering that question is a key to navigating a world that has changed radically and forever.“
Der Wechsel von alt zu neu und der Erfolg eines Unternehmens
Es gab immer wieder technische Entwicklungen die das Leben der Menschen in einem außergewöhnlichem Maße veränderten, sei es die Erfindung des Buchdrucks, der Dampfmaschine, des Autos, des Radios oder des Fernsehens. Aber keine dieser Erfindungen hat das Zusammenleben der Menschen in den letzten 300 Jahren in nur so kurzer Zeit in einem solchen Maße verändert wie es das Internet tat. Artikel lesen »
(von Stefanie Funke, Teilnehmerin Social Media Seminar 2009/10)
The Future of Ideas
“So freedom? Here`s the freedom: You`re totally free to make a movie in an empty room, with your two friends.” (Laurence Lessig)
Mit “The Future of Ideas” schreibt Laurence Lessig kein Buch über Filme, aber das Zitat zu Beginn verdeutlicht seine Intention, die im gesamten Werk zur Geltung kommt: Alles, was man in irgendeiner Weise benutzen will, um damit beispielsweise kreativ tätig zu werden, unterliegt dem Urheberrecht!
Das gegenwärtige Urheberrecht verhindert die Innovationen, die das Internet in seiner ursprünglichen Form geschaffen hat, so die These Lessigs. Diese veränderten Rahmenbedingungen bestimmen mehr und mehr die Entwicklung, behindern kreatives Arbeiten und fördern schlussendlich nur die Gewinnmargen der Wirtschaftsunternehmen. Wir stehen heute an einem Punkt, an dem wir entscheiden müssen: Sind wir im digitalen Zeitalter eine freie Gesellschaft? Artikel lesen »
(von Markus Korbien, Teilnehmer Social Media Seminar 2009/10)
Das Cluetrain Manifest
“A powerful global conversation has begun. Through the Internet, people are discovering and inventing new ways to share relevant knowledge with blinding speed. As a direct result, markets are getting smarter—and getting smarter faster than most companies.”
Diese und weitere Aussagen sind seit 1999 auf www.cluetrain.com zu lesen, veröffentlicht von Levine, Locke, Searls und Weinberger, den Autoren des Buches „The Cluetrain Manifesto“, in Deutsch „das cluetrain manifest“. Diese Internetseite, speziell die darin enthaltenen 95 Thesen über die Veränderung des Marktes und des Marketings in Bezug auf das durch das Internet ermöglichte globale Gespräch, erhielt so viel Zuspruch, dass die Autoren ein Buch über ihre Ansichten und den Weg zu diesen 95 Thesen verfassten. Desweiteren wurde die Seite in mehreren Sprachen verfasst und ist beispielsweise in Deutsch nachzulesen unter www.cluetrain.de.
Von historischen Märkten zu globalen Netzwerken
Es ist tausende Jahre her, da war der Marktplatz das pulsierende Herz der Stadt. Die Menschen kamen um zu entdecken, um zu beobachten, zu staunen, nachzufragen und miteinander zur reden. Artikel lesen »
(von Gundula Warnecke, Teilnehmerin Social Media Seminar 2009/10)
Here Comes Everybody
Das Buch “Here Comes Everybody—The Power of Organizing Without Organizations” von Clay Shirky beschäftigt sich mit der Frage, in wie weit technische Innovationen Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel haben können. Im Buch beschreibt Shirky, dass sich die Menschheit besonders durch ihre komplexen Gruppenaktivitäten von anderen Spezies unterscheidet. Diese Annahme wird u.a. in der sprachlichen Vielfalt, mit der menschliche Beziehungen beschrieben werden, deutlich.
„You can see an echo of our talent for sociability in the language we have for groups; like a real-world version of the mythical seventeen Eskimo words for snow, we use incredibly rich language in describing human association.”
(p. 15)
Shirky geht davon aus, dass alle Neuerungen und Entwicklungen, die die Durchführung von Gruppenaktivitäten selbst beeinflussen, auch zwangsläufig zu einer Veränderung in der Gesellschaft führen. Die Menschheit befände sich aktuell mit der Adaption des Internets in einer Umbruchphase, die größer ist als alles bis jetzt erlebte; denn im Vergleich zu Innovationen wie der Druckerpresse, des Telegrafen oder der Entdeckung des Radiosignals sind die neuen Tools dazu in der Lage, Artikel lesen »
(von Anne Degenhardt, Teilnehmerin Social Media Seminar 2009/10)
Inhalt des Buches Naked Conversations von Robert Scoble und Shel Israel
Robert Scoble und Shel Israel erklären in ihrem Buch „Naked Conversation“ wie und weshalb Unternehmen an der Kommunikation des Bloggings teilnehmen sollten. Sie stellen an zahlreichen Beispielen von Unternehmen dar, wie Blogging die Kommunikation, aber auch das Ansehen des Unternehmens nachhaltig positiv beeinflusst.
Wie sind Blogger?
Blogger reden einfach miteinander, sie machen grammatikalische Fehler, springen von Punkt zu Punkt, unterbrechen sich gegenseitig für Fragen, machen Vorschläge und liefern provozierende Argumente. Diese Art der Kommunikation wird als „Komm-wie-du-bist-Gespräche“ bezeichnet. Ebenso wie ein gesundes Misstrauen gegenüber Menschen, die in „Unternehmenssprache“ bloggen, haben Blogger in der Regel eine ablehnende Haltung gegenüber herkömmlichen Marketingkampagnen.
Was sind Blogs und wie funktionieren sie?
Ein Blog ist im Grunde etwas ganz einfaches. Artikel lesen »
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