Die digitale Unternehmung

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Prof. Dr. Daniel Michelis — Hochschule Anhalt

NGO & Social Media — Wir sollten weniger an die Barrieren sondern mehr an die Chancen denken

Kurzdokumentation des Workshops NGO & Social Media auf der Social Media Week in Berlin.

Weitere Informationen und Bilder der Veranstaltung

Mit der Frage nach der Verbindung zwischen der Online-Community und der Offlinewelt wurde die Diskussion von Daniel Michelis eröffnet. Die Podiumsteilnehmer Daniel Boese, Joachim Bonin und Joana Breidenbach vertraten in diesem Punkt die Ansicht, dass die Vernetzung zur realen Welt stets im Vordergrund stehen solle, da die Themen an sich sehr real sind. Boese sprach in diesem Zusammenhang auch von der Problematik des One-Click-Commitments. Nur von einem einfachen Klick gehe keine Veränderung aus. Boese plädierte für den verbundenen Weg von der Online- zur Offlinewelt, wirft dabei aber Frage auf, mit welchen Mitteln die virtuellen User denn zu Aktivisten in der realen Welt werden können. Vom Publikum wurde diesbezüglich angemerkt, die NGOs müssten sich auch mehr an der Tatsache orientieren, dass nahezu überall Mobiltelefone existieren. Mobile Kommunikation spiele eine wesentliche Rolle, etwa wenn es darum geht, mit den Menschen vor Ort – gerade auch mit den Ärmsten – zu kommunizieren.

Brauchen wir noch NGOs oder ersetzen in Zeiten des Social Media kleine, sich selbst organisierende Projektgruppen diese Arbeit?

Unter anderem über diese These, die Daniel Boese bereits während seines Impulsreferates gegeben hatte, wurde im weiteren Verlauf der Podiumsdiskussion debattiert. Die Arbeit zwischen den individuellen Aktivisten und den gemeinnützigen Organisationen, so Boese, müsse besser vernetzt werden. Seiner Ansicht nach entstünden dadurch Synergien durch die beide Seiten nur profitieren könnten. Beispielhaft dafür wäre die von Oxfam finanzierte Reise einiger Blogger zum Klimagipfel nach Kopenhagen. Auch Mandy Schoßig von der WWF vertrat die Meinung, die Vernetzung sollte intensiviert werden. Das Wirken großer Organisationen sei gerade dann unerlässlich, wenn es darum geht, an Regierungen heran zu treten. Volker Gaßner von Greenpeace sieht die größten Chancen vor allem darin, dass NGOs an sich ihre Organisationsarbeit ändern sollten — Social Media sei ein ein möglicher Ansatz für die fortschreitende Öffnung der Organisationen.

Eine weitere Anregung aus dem Publikum lautete, ob die Kooperation von Vattenfall und betterplace.org nicht Greenwashing sei. Während Breidenbach erklärte, betterplace sei ein neutraler Marktplatz, auf dem sich zweifelsohne nicht jedes Unternehmen, aber viele präsentieren könnten, bejahte Volker Gaßner diese Frage. Seiner Ansicht nach sei es naiv zu glauben, Vattenfall ließe sich auf einen Dialog – der auf betterplace gerade gefördert wird – ein.

Abschließend fragte Daniel Michelis nach der Forderung seitens der NGOs an die Social Media Community? Während Daniel Boese diese Frage damit beantwortete, dass die Social Media Community politischer werden sollten, wünscht sich Mandy Schoßig vor allem, dass gerade einflussreiche Blogger dem Engagement der Organisationen mehr Beachtung schenken würden. Bonin warf in diesem Rahmen nochmals die Problematik auf, an welcher Stelle Social Media seine Grenzen erreicht und inwieweit die Bestrebungen reeller Natur seien. Während Boese und Breidenbach verschiedenste Beispiele für tatsächliche Auswirkungen nannten, kam aus dem Publikum der Hinweis, dass sowohl in der realen als auch in der tatsächlichen Welt Entwicklungsbarrieren bestünden, die jeweils an ihre eigenen Grenzen geraten. Dieser Kommentar dient Bonin dann schlussendlich mehr oder weniger dazu, sich seine eigene Frage quasi selbst zu beantworten:

„Wir sollten weniger an die Barrieren sondern mehr an die Chancen denken“


Bei Jürgen Stüber gibt es ebenfalls eine Zusammenfassung.

(Herzlichen Dank an Stefanie Funke, Lutz Schirrmacher, Markus Korbien und Fabian Greskamp von der Hochschule Anhalt für die organisatorische Unterstützung und die Dokumentation der Veranstaltung)

Kategorie: — NGOs

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